Deutschland ist der größte Rohstahlproduzent in der EU. In der Welt liegt es auf Platz 7 hinter China (Platz 1), Japan (2), USA (3), Indien (4), Russland (5), und Südkorea (6). Auch bei den warmgewalzten Erzeugnissen nimmt Deutschland hinter Südkorea Rang sieben in der Welt ein. Wie in den übrigen Industrieländern teilt sich die Warmwalzproduktion im Verhältnis 65:35 auf Flach- und Langerzeugnisse auf.
Während 1980 noch Stahl im Siemens-Martin-Verfahren hergestellt wurde, findet dieses umweltbelastende und kostenintensive Verfahren heute keine Anwendung mehr. Der Elektrostahlanteil hat zugleich deutlich zugenommen und beträgt nun ca. ein Drittel der Rohstahlerzeugung. Auch der Anteil des Edelstahls wurde beachtlich gesteigert.
Rohstahlproduktion im April 2013
Die Globalisierung hat in den vergangenen Jahren nicht nur das Bild der Weltstahlindustrie stark verändert. Fusionen mit in- und ausländischer Beteiligung haben auch in Deutschland zu neuen Unternehmensdimensionen geführt. So hat der Zusammenschluß von Thyssen und Krupp das neu entstandene Unternehmen TKS auf Platz Eins in Deutschland geführt. Auch global agierende Konzerne wie ArcelorMittal, Riva, Feralpi und CSN sind durch Unternehmensübernahmen auf dem deutschen Markt präsent. Durch den Verkauf des Edelstahlsgeschäfts Inoxum von ThyssenKrupp an Outokumpo hat sich die Unternehmenslandschaft erneut verändert.
Rohstahl wird heute auf der Basis von flüssigem Roheisen im Oxygenstahlverfahren (LD-Konverter) und auf der Basis des Rohstoffes Schrott im Elektrostahlverfahren (Lichtbogenofen) erzeugt. Der Anteil des Elektrostahlverfahrens wurde Mitte der 80er Jahre sukzessive ausgeweitet und beträgt mittlerweise ca. ein Drittel. Die Stranggießtechnologie war die Basisinnovation der Stahlerzeugung in den 70er Jahren. Heute werden nahezu 100 % der Rohstahlerzeugung im Strang vergossen.
Die deutsche Stahlindustrie hat in den letzten 30 Jahren enorme Anstrengungen unternommen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit stetig zu verbessern. Die Arbeitsproduktivität - gemessen als die spezifische Rohstahlproduktion in Tonnen je Beschäftigtem - hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht. Zuletzt lag sie bei einer Größenordnung von 484 t/B. Das ist ein internationaler Spitzenwert.
Stahlschrott ist ein wichtiger Rohstoff für die Stahlerzeugung. Nach einsatzgerechter Aufbereitung wird durch Recycling die uneingeschränkte Wiederverwendung des Werkstoffes Stahl erreicht. Aus Gründen einer optimalen Rohstoffnutzung sowie des Umweltschutzes kommt einer Wiederverarbeitung von Schrott steigende Bedeutung zu. Hier bietet Stahl alle Voraussetzungen, was ihn zu einem besonders umweltfreundlichen Werkstoff macht.
Die deutsche Stahlindustrie ist in die internationale Arbeitsteilung eingebunden. Aktuell wird rund 75 % des Außenhandelsgeschäftes innerhalb der EU abgewickelt. Im Jahr 2007 wurde erstmals seit mehr als 50 Jahren kein Exportüberschuss bei den Walzstahlerzeugnissen erzielt. Auch im Folgejahr und im Jahr 2011 überwogen die Importe. Beim Handel mit Drittländern werden kontinuierlich Exportüberschüsse erzielt. Der Exportüberschuss 2012 von rund 0,8 Mio t resultiert vor allem aus den gesunkenen Importen aus der übrigen EU und den Drittländern.
Im konjunkturellen Boomjahr 2007 zog der attraktive deutsche Markt ebenfalls mehr Lieferungen aus dem Ausland an. Durch die Rezession gingen die Einfuhren dann seit Ende 2008 drastisch zurück und lagen im Jahr 2009 ca. 39 % unter dem Vorjahresniveau. 2010 und 2011 gab es wieder einen kräftigen Zuwachs. Sowohl die Importe als auch die Inlandslieferungen nahmen zu. Im Jahr 2012 gingen die Einfuhren und auch die Inlandslieferungen wieder auf das Niveau von 2010 zurück. Der deutsche Markt wurde 2012 zu rund 55 % aus eigener Produktion versorgt. Der wesentliche Anteil der Importe stammte aus der übrigen EU, nur knapp 5 % Anteil am Markt hatten die Importe aus den Drittländern. Die größten Mengen der Importe aus Drittländern kamen aus Amerika, Asien, GUS und den übrigen europäischen Länder.
Die hohe Exportquote von rund 50 % der deutschen Stahlindustrie belegt eindrucksvoll deren gute internationale Wettbewerbsposition. Rund drei Viertel der deutschen Stahl-Ausfuhren verbleiben in der EU. Im Krisenjahr 2009 hatten sich die Exporte konjunkturell abgeschwächt, besonders bei den Lieferungen in die übrige EU. Im Jahr 2010 wurde gegenüber dem Vorjahr wieder 20% mehr ins Ausland geliefert. Die Ausfuhren insgesamt waren mit ca. 20,5 Mio. t Jahren relativ konstant, darunter ca. 5 Mio. t in Länder außerhalb der EU. In 2012 wurden ca. 5 Mio t in die Drittländer exportiert. Die wichtigsten Zielländer lagen in der Triade übriges Europa, Asien und NAFTA.
Die Stahlerzeugung in der EU hat einen hohen technischen Standard erreicht. Die Stranggussquote liegt bei 95 %. Die Rohstahlerzeugung über die Elektrostahlroute verbuchte in den letzten Jahren ebenfalls eine positive Entwicklung. Während 1995 der Elektrostahlanteil in der EU-25 noch bei rund 30 % lag, liegt er heute bei rund 40 %. Die Erzeugung warmgewalzter Stahlerzeugnisse konzentriert sich wie in anderen Industrienationen auf Flacherzeugnisse (rund 60%).
Rohstahlproduktion im April bei 14,1 Mio t
Die Eisenerzproduktion in der Welt konzentriert sich auf wenige Länder. Brasilien, Australien und China erbringen über die Hälfte der gesamten Förderung. Die weltweite Rohstahlerzeugung basiert zu zwei Drittel auf der Oxygenstahlroute. Diese hat in den letzten Jahren sukzessive die Erzeugung nach dem Siemens-Martinverfahren ersetzt. Der Anteil des Elektrostahls hat sich bei rund einem Drittel kaum verändert. Der Stranggussanteil liegt mittlerweile bei 95 %. Bei der Produktion warmgewalzter Stahlerzeugnisse liegt der Schwerpunkt bei den Flachprodukten.
Rohstahlproduktion im April bei 132,1 Mio t
Um 1,2 % auf 132,1 Mio t ist die Rohstahlproduktion der 62 Länder, die an den internationalen Stahlverband (worldsteel) berichten, im April 2013 gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. In den ersten vier Monaten des Jahres 2013 nahm die Weltrohstahlproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,0 % auf 520,5 Mio t zu.
Rohstahlproduktion im April bei 65,7 Mio t
In China wurden im April 2013 65,7 Mio t Rohstahl produziert, das sind 6,8 % mehr als im vergleichbaren Vorjahresmonat. In den ersten vier Monaten des Jahres 2013 wurden 257,4 Mio t Rohstahl hergestellt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ist die Rohstahlproduktion um 8,6 % gestiegen.
Im Jahr 2012 erreichte die Weltrohstahlproduktion mit 1548 Mio. t einen neuen Höchststand. Verantwortlich dafür war wiederum vor allem China, das mit 717 Mio. t rund 46 % der Welt produziert. In Asien, Nordamerika, im Nahen Osten und im übrigen Europa gab es Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr. In den übrigen Regionen der Welt wurde weniger Stahl als im Jahr 2011 geschmolzen. In der EU-27 wurden 10,9 % der Weltrohstahlproduktion erzeugt. Japan, USA, Indien und Russland folgen auf den Rängen.
Die Globalisierung hat das Bild der Welt-Stahlindustrie in den vergangenen Jahren stark verändert und hat zu neuen Unternehmensdimensionen geführt. Große Impulse gingen dabei von den asiatischen Ländern aus. Durch die Fusion von Arcelor und Mittal Steel im Jahr 2007 ist ein internationalen Stahlkonzern entstanden, der mit Abstand die Nummer eins der Weltrangliste führt. Auf den Plätzen folgen POSCO, Nippon Steel und JFE-Steel. Der größte chinesische Stahlhersteller Baosteel erreichte 2011 Platz fünf. ThyssenKrupp belegt Rang sechs und die indische Tata-Gruppe ist auf Platz sieben gerückt. (jeweils gemessen am Stahlumsatz)
Stahl ist unter den aufgeführten Substituten mit Abstand der mengenmäßig bedeutendste Werkstoff und hat in den vergangenen 30 Jahren sogar noch an Bedeutung gewonnen. Das ist vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der technische Fortschritt einen Rückgang der Stahlintensität stahlhaltiger Güter mit sich bringt, Ausdruck einer außerordentlichen Performance im SubstitutionsgüterWettbewerb. Die Stahlindustrie hat sich vom Vormateriallieferanten zum Partner zahlreicher Stahlverarbeiter und Anbieter von High-tech Produkten bis hin zu maßgeschneiderten Komponenten entwickelt. Zusätzlich stellte die Produktion in hocheffizienten und damit kostengünstigen Anlagen jederzeit wettbewerbsfähige Preise sicher.