Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hat im Oktober 2005 den "Leitfaden zur Ausgestaltung und Dokumentation eines Internen KontrollSystems" veröffentlicht. Dieser Leitfaden richtet sich gleichermaßen an die Unternehmensleitung und an alle Prozessverantwortlichen. Neben dem Aufbau eines Internen KontrollSystems wird insbesondere die hierzu erforderliche Dokumentation erläutert. Der umfangreiche Anhang beinhaltet sowohl ein Glossar als auch Checklisten zur Beurteilung der Elemente eines Internen KontrollSystems. Anhand eines Reference Manual wird zudem erläutert wie man Risiko-Kontroll-Matrizen generell aufbaut. Zudem werden für die Prozesse Einkauf, Produktion und Vertrieb Risiko-Kontroll-Matrizen in allgemeiner Form und in konkreten Beispielen aus der Stahl-Industrie dargestellt.
Dieser Leitfaden orientiert sich an dem sog. COSO-Framework (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission), das eine prozessorientierte Systematik zum Aufbau und zur Prüfung des Internen KontrollSystems vorgibt. Die Orientierung an COSO bietet den Vorteil eines weltweit anerkannten Instrumentariums, das sowohl im Bereich der Steuerung von Organisationseinheiten als auch im Rahmen der Prüfung Anwendung findet.
Was sind Interne KontollSysteme?
Mit Hilfe eines Internen KontrollSystems soll geprüft und sichergestellt werden, dass alle wesentlichen Maßnahmen und Prozesse effektiv und effizient gestaltet sind. Darüber hinaus muß ein Internes KontrollSystem sicherstellen, dass steuerungs- und kontrollrelevante Informationen vollständig, richtig sowie adressaten- und zeitgerecht zur Verfügung stehen und dass alle Gesetze, Satzungen, Regelungen sowie Verträge und Vereinbarungen eingehalten werden Das Interne KontrollSystem ist in den letzten Jahres inhaltlich erweitert und seine Bedeutung erheblich aufgewertet worden. Neben den prozess-integrierten organisatorischen Sicherungsmaßnahmen und Kontrollen sowie den prozessunabhängigen Überwachungsmaß-nahmen (i.W. Interne Revision) wird mittlerweile auch das interne Steuerungssystem und somit auch das Controlling und das Risikofrüherkennungssystem als Teil des Internen KontrollSystems verstanden.
Die Notwendigkeit Interner KontrollSysteme
In der jüngsten Vergangenheit sind vor dem Hintergrund großer Unternehmens-zusammenbrüche zahlreiche Gesetzesänderungen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene in Kraft gesetzt worden, die die Transparenz unternehmerischen Handelns verbessern und das Vertrauen von Anlegern und Investoren sichern sollen. Als Beispiele seien hier nur genannt KonTraG, Deutscher Corporate Governance Kodex und Sabanes Oxley Act. Weitere Initiativen zur Stärkung der Grundsätze für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance) sind in Vorbereitung bzw. in der parlamentarischen Diskussion. Der Sabanes Oxley Act und die damit verbundenen schärferen Haftungsregeln für die Unternehmensleitung greift zwar momentan nur für Unternehmen, die an einer US-amerikanischen Börse notiert sind. Mit ähnlichen Gesetzesinitiativen ist allerdings auch schon bald auf europäischer Ebene zu rechnen. Darüber hinaus werden auch die internationalen Kapitalmärkte auf eine Standardisierung drängen.