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Für faire Wettbewerbsbedingungen bei Handel und Klima

2016 ist ein Schicksalsjahr für die deutsche und europäische Stahlindustrie. Die Lage auf den internationalen Stahlmärkten und die Klimapolitik der EU setzen die Branche massiv unter Druck.

Außenhandel

Mehr als 5.000 Arbeitnehmer und Arbeitgeber demonstrierten im Februar gegen eine voreilige Verleihung des Marktwirtschaftsstatus an China und gegen Dumping-Importe. (Foto: AEGIS Europe)

Mehr als 5.000 Arbeitnehmer und Arbeitgeber demonstrierten im Februar gegen eine voreilige Verleihung des Marktwirtschaftsstatus an China und gegen Dumping-Importe. (Foto: AEGIS Europe)

Die Stahlindustrie in Deutschland spricht sich für faire Wettbewerbsbedingungen im weltweiten Handel aus. Der Wettbewerb auf den internationalen Märkten wird immer weiter verzerrt. Die Lage auf den weltweiten Stahlmärkten ist dramatisch und durch folgende Entwicklungen gekennzeichnet:

  • Dumping-Importe aus China strapazieren den Markt. Die chinesischen Exporte haben sich seit 2012 mehr als verdoppelt.
  • Der Außenhandelsschutz der EU ist zu langsam und zeigte bisher kaum Wirkung.
  • Die EU entscheidet Ende 2016 darüber, ob China den Marktwirtschaftsstatus erhält. Dies würde die konsequente Anwendung von Handelsschutzinstrumenten erschweren und die aktuelle Lage weiter dramatisieren.

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Energie- und Klimapolitik

Große Plakate, wie hier am Berliner Hauptbahnhof, informieren über die Gefährdung der Arbeitsplätze in der Stahlindustrie (Foto: Dirk Heckmann)

Große Plakate, wie hier am Berliner Hauptbahnhof, informieren über die Gefährdung der Arbeitsplätze in der Stahlindustrie. (Foto: Dirk Heckmann)

Die Stahlproduktion ist energieintensiv und führt unweigerlich zu CO2-Emissionen. Die europäischen Standorte sind in Bezug auf Klimaverträglichkeit im internationalen Vergleich vorbildlich. Die aktuellen Pläne in der Energie- und Klimapolitik verschärfen die Lage der Stahlindustrie.

  • Die EU-Kommission plant, den Emissionshandel weiter zu verschärfen. – die CO2–Zertifikate werden knapper und teurer, die Richtwerte für Roheisen- und Stahlerzeugung sind bereits jetzt unrealistisch.
  • Die Umsetzung der Pläne würde für die Stahlindustrie ab 2021 mehr als 1 Milliarde Euro im Jahr kosten.
  • Kein anderer Stahlstandort auf der Welt unterliegt einem vergleichbaren Emissionshandels-System.

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Diese Entwicklungen bedrohen die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie und in den nachgelagerten Wertschöpfungsketten.

Darum fordert die Stahlindustrie in Deutschland:

 

  • Einen freien und fairen Handel, der durch einen wirksamen Außenhandelsschutz gewährleistet wird.
  • Keine Zuerkennung des Marktwirtschaftsstatus an China, solange die von der EU festgelegten Kriterien nicht erfüllt werden.
  • Eine Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß, die die Wettbewerbsfähigkeit im Blick behält.