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IndustrieAllianz für fairen Handel gegen vorschnelle Entscheidungen zu MES China

19. Februar 2016

Erklärung des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ muss die Europäische Kommission in Brüssel aufrütteln

Die IndustrieAllianz für fairen Handel begrüßt die gestern in Berlin veröffentlichte Stellungnahme des Bündnisses „Zukunft der Industrie“, die sich auch mit den Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland befasst. „Spitzenverbände, Gewerkschaften und Bundeswirtschaftsministerium geben damit gemeinsam ein klares Signal gegen eine voreilige und unbegründete Vergabe des Marktwirtschaftsstatus an China“, erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. „Wir hoffen, dass die Erklärung die Kommission aufrüttelt“.

Die Unternehmen in Deutschland sähen sich zunehmend mit gedumpten und subventionierten Importen aus China konfrontiert. „Das Land lädt in großem Umfang seine Strukturprobleme auf dem EU-Markt ab. Würde China den Marktwirtschaftsstatus erhalten, wäre ein effektiver Schutz vor unfairen Importen nahezu unmöglich“, so Kerkhoff.

„Es darf keinen Automatismus geben“, fordert Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin der WirtschaftsVereinigung Metalle. „Wenn sich China nicht an die Kriterien der Marktwirtschaft hält, kann es auch keinen Marktwirtschaftsstatus geben.“ Auch sollte die Entscheidung zwingend mit anderen Staaten abgestimmt werden. „Sollte die EU den Marktwirtschaftsstatus gewähren, Staaten wie die USA und Japan aber nicht, drohen negative Umleitungsströme zu Lasten der deutschen Grundstoffindustrie“, so Erdle.

In ihrer gemeinsamen Erklärung zur Industriepolitik fordern die wichtigsten deutschen Verbände und Gewerkschaften, darunter BDI, BDA und DGB, in der Diskussion um Chinas Marktwirtschaftsstatus zunächst eine umfassende ökonomische Folgenabschätzung, eine Abstimmung mit den USA, Japan und anderen Handelspartnern, einen Sozialpartnerdialog von EU Kommission und Rat mit Gewerkschaften und Industrie, eine Debatte zur Weiterentwicklung des EU-Antidumping- und Antisubventionsrechts und eine rechtssichere Bewertung, was sich aus dem WTO-Beitrittsprotokoll Chinas ergibt.

Die IndustrieAllianz ist ein Zusammenschluss von 14 Branchenverbänden. In den Industriezweigen sind in Deutschland mehr als 480.000 Menschen beschäftigt, die 2014 einen Umsatz von fast 150 Milliarden Euro erwirtschafteten.

Kontakt

info@industrieallianz.de | www.industrieallianz.de

Stellvertretend für die IndustrieAllianz

Beate Brüninghaus
Wirtschaftsvereinigung Stahl
Telefon: + 49 211 6707-115 oder -116
E-Mail: beate.brueninghaus@stahl-zentrum.de

Wirtschaftsvereinigung Metalle
Martin Brüning
Leiter Kommunikation
Tel.: +49 30 726207 111
E-Mail: bruening@wvmetalle.de

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Pressemitteilung vom 19.02.2016 (.pdf)