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Leichtbau-Potenzial von Leichten Nutzfahrzeugen aufzeigen

1. Dezember 2014

Initiative Massiver Leichtbau setzt Forschung zur Gewichtsreduzierung mit zwei neuen Studien fort

Ein neues Konsortium hat sich im Oktober 2014 zur „Initiative Massiver Leichtbau Phase II Leichtes Nutzfahrzeug“ zusammengefunden. Dazu gehören unter Federführung des Industrieverbands Massivumformung 15 Unternehmen der Massivumformung, zehn Firmen der Stahlindustrie (Langprodukte-Hersteller) und ein Ingenieurdienstleister. Die Initiative hat zwei neue Studien in Auftrag gegeben, die das Leichtbau-Potenzial eines Leichten Nutzfahrzeugs (Carrier) untersuchen.

Dabei handelt es sich um die Fortsetzung der äußerst erfolgreichen Potentialstudie „Massiver Leichtbau Phase I Pkw“. In dieser wurde als zentrales Ergebnis eine Gewichtseinsparung von 42 Kilogramm in Antriebsstrang und Fahrwerk eines Pkw ermittelt, was zugleich mit einer deutlichen Minderung des CO2-Ausstoßes verbunden ist.

An diesen Erfolg möchte die Initiative mit der Phase II im Bereich Leichtes Nutzfahrzeug anknüpfen. Ziel ist es, durch eine konzertierte Aktion von Massivumformern und Stahlherstellern die Potenziale massivumgeformter Bauteile für den Leichtbau in einem leichten Nutzfahrzeug aufzuzeigen. „Nur bei der Bündelung aller Kompetenzen über die gesamte Produktionskette hinweg, also von der Stahlherstellung über die Umformung und die Bearbeitung bis hin zum fertigen Produkt, können die besten Lösungen entstehen“, erläutert Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt, Sprecher des Konsortiums und Vice President Advanced Engineering der Hirschvogel Automotive Group. Die Initiative will mit der Phase II weitere Entwicklungsprojekte für neue Prozesse mit modernen Stählen anstoßen und darüber hinaus Wettbewerbsvorteile zu konkurrierenden Fertigungsverfahren und Werkstoffen benennen. Das Projekt wird aus Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen und Verbände finanziert.

Die Studie „Leichtbaupotenziale massivumgeformter Komponenten LNfz“ führt die fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen im Auftrag der Initiative Massiver Leichtbau durch. Eine Fahrzeuggesamtanalyse soll das Potenzial der Gewichtseinsparung an einem Leichten Nutzfahrzeug aufzeigen. Die Forscher bewerten dabei jede Komponente in Antriebsstrang und Fahrwerk unter integraler Berücksichtigung von Alternativen in Werkstoffwahl, Fertigungstechnik und Bauteildesign.

Eine zweite Studie führt zeitgleich das IPEK Institut für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie durch: Unter dem Titel „Sensitivitätsanalyse von Stahleigenschaften in modernen Fahrzeuggetrieben im Hinblick auf Gewichteinsparpotenziale“ wird das Getriebe hinsichtlich weiterer Gewichtseinsparpotenziale bei Verwendung fortgeschrittener Werkstoffkonzepte untersucht. „Die intensive Zusammenarbeit zwischen Schmieden und Stahlherstellern ergibt neue Synergien aus kostengünstigen hochfesten Stählen mit schlanken, sicheren Produktionsprozessen über die gesamten Verarbeitungsstufen. Das hat es bislang in dieser Breite nicht gegeben“, sagt Dipl.-Ing. Frank Wilke, stellvertretender Sprecher des Konsortiums und Vice President Technische Kundenberatung der Deutsche Edelstahlwerke GmbH. Mit ersten Ergebnissen wird Mitte 2015 gerechnet.

Weitere Informationen: http://www.massiverLEICHTBAU.de

 
Die Initiative Massiver Leichtbau
In der Initiative Massiver Leichtbau Phase II Pkw haben sich im Oktober 2014 15 Firmen der Massivumformung, 9 Stahlhersteller und ein Ingenieurdienstleister unter dem Dach des Industrieverbands Massivumformung e. V. und des Stahlinstituts VDEh zusammengeschlossen. Ziel dieser weltweit einzigartigen Initiative sind Gewichtseinsparungen im Leichten Nutzfahrzeug mit innovativen Komponenten aus Stahl. Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung des bisher mit Abstand größten vorwettbewerblichen Gemeinschaftsprojekts „Initiative Massiver Leichtbau Phase I Pkw“ dieser beiden Branchen.

Industrieverband Massivumformung e. V.
Der Verband der Massivumformung in Deutschland vertritt mit seinen 120 Mitgliedsunternehmen die Interessen der Branche mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro und knapp 30.000 Beschäftigten. Eine zentrale Aufgabe ist die Organisation der überbetrieblichen Zusammenarbeit der meist mittelständischen Mitgliedsfirmen mit dem Ziel, gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen zu steigern. Die Massivumformung in Deutschland ist Technologieführer und nach China weltweit größter Produzent von massivumgeformten Bauteilen.

Stahlinstitut VDEh
Der Verein fördert die technische, technisch-wissenschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit von Ingenieuren bei der Weiterentwicklung der Stahltechnologie und des Werkstoffs Stahl. Dabei setzt das Stahlinstitut VDEh auf Gemeinschaftsforschung und Erfahrungsaustausch. In die internationale Gemeinschaftsarbeit sind auch Anlagenhersteller und Zulieferer einbezogen. Heute gehören dem Stahlinstitut VDEh rund 6.600 Personen mit Hochschulabschluss in technischen, naturwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Fächern oder leitender Funktion in Industrie und Handel an. Außerdem haben sich dem Verein 150 Unternehmen aus dem Bereich Eisen, Stahl und verwandten Werkstoffen angeschlossen.

 

Rückfragen

Industrieverband Massivumformung e. V.

Dorothea Bachmann Osenberg
Telefon: +49 (0) 23 31 / 95 88 30
E-Mail: osenberg@massivumformung.de

 

Download

Pressemitteilung 01.12.2014 (.pdf)