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Neue Seewege für eisgängige Schiffe

7. August 2013

Eis am Kiel

Wenn das Eis der Arktis im Sommer schwindet, entstehen neue Schifffahrtsrouten um den Nordpol herum. Dafür wird allerdings eine neue Klasse eisgängiger Schiffe benötigt.

Satellitenmessungen zeigen es: Das Eis der Arktis schrumpft gerade in den Sommermonaten rapide. War die Eisfläche vor zehn Jahren noch etwa 6 Millionen Quadratkilometer groß, waren es im Spätsommer 2012 nur noch 3,4 Millionen Quadratkilometer. Auch die Eisdicke ist in den letzten zehn Jahren von im Mittel 2,5 Meter auf einen Meter zurückgegangen.

Das schrumpfende Eis eröffnet der Handelsschifffahrt neue Routen östlich oder westlich am Nordpol vorbei – ohne dass ein Eisbrecher als Wegbereiter begleiten muss. Auf dem Weg von Hamburg nach Tokio durch Mittelmeer, Suez-Kanal und Indischen Ozean legt ein Frachtschiff rund 21.000 Kilometer zurück. Auf der Nordost-Passage an Norwegens und Russlands Küsten vorbei wäre die Strecke nur noch etwa 13.000 Kilometer lang. Das verkürzt die Fahrt nicht nur um zehn Tage auf See, sondern senkt auch die Emissionen und spart Treibstoff im Wert von über 130.000 Euro.

Stahl gibt Sicherheit

Damit Schiffe diese Routen sicher befahren können, müssen sie gegen Eis geschützt sein, weil auch in den Sommermonaten immer wieder mit vereinzelten Eisflächen gerechnet werden muss. Schiffsrumpf und Antrieb müssen so konstruiert sein, dass sie durch bis zu ein Meter dickes Eis fahren können. Anzahl und Einteilung von Eisklassen unterscheiden sich von Staat zu Staat. Die höchste vom Germanischen Lloyd vergebene deutsche Klasse ist E4 für Fahrten in Eisverhältnissen mit Dicken bis zu einem Meter.

In diese Kategorie eingestufte eisgängige Schiffe unterscheiden sich deutlich von konventionellen Schiffen: Bei ihnen stehen die Spanten, die Träger der Beplankung, enger. Die Außenhaut über und unter der Wasserlinie ist verstärkt. Auch der Bug wird dicker ausgeführt als üblich und oft speziell geformt, um das Brechen von Eis zu erleichtern. Reicht bei einem üblichen Frachter 15 Millimeter dickes Grobblech, weist ein für die Eisfahrt konstruiertes Vorderteil schon einmal 50 Millimeter Dicke auf. Auch die Ruderanlage ist verstärkt und geschützt, ebenso Schrauben und Wellen. Außerdem ist die Motorisierung kräftiger als üblich. Manche Schiffe haben auch ein speziell ausgebildetes Heck, mit dem sie sich rückwärts auf im Weg liegende Eisschollen schieben können und diese dann durch ihr Gewicht brechen.

Eisverstärkung der Rümpfe mit höherfesten Stählen

Die beim Bau solcher Schiffe eingesetzten Stähle müssen extremen Belastungen standhalten. Der für den stählernen Rumpf verwendete Werkstoff muss auch bei minus 40 Grad noch so zäh sein, dass ihm die Schläge von meterdicken Eisschollen nichts anhaben können. Höherfeste Stähle, die durch ein besonderes Walzverfahren, das so genannte thermomechanische Walzen, hergestellt werden, erfüllen diese Anforderungen. Zudem sind sie gut umformbar und schweißbar.

Aufgrund der exakt auf die außerordentlichen Anforderungen einstellbaren Werkstoffeigenschaften ist Stahl das Material der Wahl für die Konstruktion von eisgängigen Handelsschiffen. Seine Festigkeit und Zähigkeit auch bei tiefsten Temperaturen sorgen dafür, dass daraus konstruierte Schiffe die Routen um den Nordpol sicher befahren können.

 

Rückfragen

Horst Woeckner
Telefon: +49 (0)211 6707-849
E-Mail: horst.woeckner@stahl-info.de