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Stahlindustrie begrüßt neue Antidumping-Regeln der EU – Praxistest steht aber noch bevor

12. Oktober 2017

Nach langen Verhandlungen haben sich Europäisches Parlament, Kommission und Rat auf eine neue Vorgehensweise zur Dumping-Berechnung bei Handelsschutzverfahren geeinigt. Der Internationale Handelsausschuss des Europäischen Parlaments (INTA) wird dazu am 12. Oktober abschließend abstimmen.

„Effektiver Handelsschutz ist für die Stahlindustrie in Deutschland und Europa von großer Bedeutung. Die neuen EU-Regeln sind ein wichtiger Baustein, auch zukünftig gegen unfaire Importe vorgehen zu können“, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Aus Sicht der Stahlindustrie geht die Einigung in die richtige Richtung. Künftig wird ein länderneutrales System auf Staaten angewendet, deren Wirtschaft durch signifikante Marktverzerrungen gekennzeichnet ist. Der Nachweis solcher Verzerrungen basiert auf Berichten, die von der Europäischen Kommission erstellt und regelmäßig aktualisiert werden. „Damit werden der klagenden EU-Industrie keine unerfüllbaren Beweislasten auferlegt“, betont Kerkhoff.

Gegenüber den anfänglichen Vorschlägen der Kommission, China ohne Vorbehalte als Marktwirtschaft anzuerkennen, habe sich ein deutlicher Sinneswandel vollzogen. „Es ist wichtig, dass die politischen Entscheider in Brüssel die Realitäten auf den internationalen Märkten gesehen und sich darauf eingestellt haben“, so der Verbandspräsident. „Jetzt muss die neue Methode aber noch den Praxistest bestehen.“ Grundsätzlich sei es positiv zu bewerten, dass die neuen Regelungen nun gegen alle Länder Anwendung finden sollen, die signifikante Marktverzerrungen aufweisen.

 

Rückfragen

Klaus Schmidtke
Wirtschaftsvereinigung Stahl
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Pressemitteilung WV Stahl vom 12.10.2017 (.pdf)