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WV Stahl enttäuscht über Koalitionsvertrag

28. November 2013

Stahltag verzeichnet Rekordbeteiligung mit über 3.000 Anmeldungen

Mit Enttäuschung reagierte  Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh, auf die Festlegungen zur Energiepolitik im Koalitionsvertrag. In seiner Rede  während der Eröffnungsveranstaltung des diesjährigen Stahltags „STAHL 2013“ in Düsseldorf bemängelte er: „Die Reformansätze fallen viel zu zaghaft aus“. Die grundlegende Reform des Fördersystems von erneuerbaren Energien werde nicht angegangen.

Keine Lösung sei die im Koalitionsvertrag vorgesehene Belastung von Investitionen in neue, ökologisch effiziente Kraftwerke für die Eigenstromerzeugung, wie sie in der Stahlindustrie gang und gäbe sind. Die Industrie werde im Unklaren gelassen,  mit welchen der dringend benötigten Entlastungen von der EEG-Umlage sie in Zukunft rechnen könne.  Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien und damit auch für den gesamten Industriestandort und seine Arbeitsplätze sei die besondere Ausgleichregelung bei der EEG-Umlage unverzichtbar. „Jeder Hausbesitzer mit Solaranlagen hat derzeit mehr Investitionssicherheit als die Industrie“, sagte er zu den vagen Aussagen im Koalitionsvertrag. Immerhin sei positiv, dass der Koalitionsvertrag die zentrale Bedeutung einer leistungsfähigen Industrie für eine starke deutsche Wirtschaft anerkenne. „Doch diesen schönen Worten müssen nun auch Taten folgen“, forderte Kerkhoff.

Eine Absage erteilte der Stahlpräsident weiteren Energieeffizienzauflagen. Dies sei eine staatliche Investitionslenkung. „Die energieintensive Stahlindustrie in Deutschland setzt bereits alle wirtschaftlich darstellbaren Energiesparpotenziale“, so Kerkhoff.

Dr. Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des BDI erinnert daran, dass 90 Prozent der privaten Forschung & Entwicklung von der Industrie finanziert werden. Er forderte deshalb die Bundesregierung auf, den positiven Worten zur Industrie im Koalitionsvertrag auch Taten folgen zu lassen.

Prof. Dr. Henning Kagermann, Präsident von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, betonte die Bedeutung der Förderung von Forschung und Entwicklung sowie von Innovationen als Grundlage für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland. „Das Internet der Dinge, Daten und Dienste wird die prägende Infrastruktur der nächsten Industriellen Revolution sein.“

Hans Jürgen Kerkhoff überreichte im Namen des Vorstands des Stahlinstituts VDEh Prof. Dr. Martin Stratmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Eisenforschung und ab Juni 2014 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft,  die seit 1903 erst zum 65. Mal vergebene Carl-Lueg-Denkmünze. Er wurde für seine herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten auf den Gebieten Korrosionsschutz und Oberflächentechnologie ausgezeichnet. Stratmann dankte mit einem Appell an die Freiheit der Forschung. Nur so könnte der Schatz gefunden werden, den Wissenschaftler suchen.

Rückfragen

Beate Brüninghaus
Telefon: + 49 211 6707-115 oder -116
E-Mail: beate.brueninghaus@stahl-zentrum.de

Download

Pressemitteilung WV Stahl vom 28.11.2013 (.pdf)