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Kindertagesstätte mit Fassade in 3D-Optik

Stahl-Innovationspreis 2015
Kategorie „Stahl im Bauwesen“

Kita-Gebäude in Essen mit plastisch verformter Edelstahl-Fassade (Foto: Thomas Lewandovski)

Kita-Gebäude in Essen mit plastisch verformter Edelstahl-Fassade (Quelle: Thomas Lewandovski)

Die von der Arbeitsgemeinschaft JSWD Architekten und Chaix & Morel et Associés aus Köln entwickelte „Edelstahl-Fassade der Kita Miniapolis“ ist mit dem 1. Preis des Stahl-Innovationspreises 2015 ausgezeichnet worden. Architektonisch anspruchsvolle Fassadenelemente wurden in einem bisher im Bauwesen unüblichen hydromechanischen Verfahren dreidimensional umgeformt.

Auf einem ehemaligen Industrieareal am Rande der Essener Innenstadt befindet sich eingebettet in eine Grünzone die neue Hauptverwaltung eines großen Stahl- und Technologiekonzerns mit mehreren Bürogebäuden und einem Veranstaltungszentrum. Gemeinsam weisen die Bürogebäude eine expressive Architektur mit geometrisch klar definierten Strukturen auf. Von außen sichtbarer Beleg für die Stahl-Kompetenz des Unternehmens sind die Fassaden aus Edelstahl. Auf dem offen gestalteten Gelände ist auch die Kindertagesstätte „Miniapolis“ errichtet worden, die den Mitarbeiter-Kindern des Konzerns, aber auch anderen Familien der Umgebung offensteht.

Die gelochten Leichtbauelemente umschließen die äußere Kontur des Baukörpers wellenförmig (Foto: Thomas Lewandovski)

Die gelochten Leichtbauelemente umschließen die äußere Kontur des Baukörpers wellenförmig (Quelle: Thomas Lewandovski)

Die Fassadenflächen des von JSWD Architekten und Chaix & Morel et Associés geplanten und realisierten Kita-Gebäudes werden durch Rücksprünge im Erdgeschoss sowie durch Loggien im Obergeschoss gegliedert. Klinkersteine oder Putzsysteme kamen entsprechend der Philosophie des Bauherrn als Fassadenmaterial nicht in Frage. Das in den Gestaltungsvorgaben formulierte Bild der „rauen Schale“ zeigt sich in der metallischen Außenhaut mit dreidimensional geformten Edelstahlblechen. Die gelochten Leichtbauelemente legen sich wie ein „Gewand“ über die äußere Kontur des Baukörpers und umschließen diesen wellenförmig ohne Sprünge an den schmalen Stoßfugen.

Die 1 mm dicken Paneele aus geschliffenem Edelstahlblech mit Abmessungen von jeweils 65 x 130 cm sind so angeordnet, dass an den vertikalen und horizontalen Stoßflächen fließende Übergänge entstehen. Werden profilierte Fassadenelemente aus Stahl meist als gewalzte Profile – z. B. als Stahltrapez- oder Wellprofile – eingesetzt, so erfolgte in diesem Fall die Umformung der Bleche in einem bisher im Bauwesen unüblichen hydromechanischen Umformprozess. Angewendet wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Leichtbauspezialisten Fielitz aus Ingolstadt eine moderne Art der Tiefziehtechnik. Pro Arbeitsgang presst eine Flüssigkeit in einem geschlossenen System nach der am Computer designten, frei gewählten Struktur das ebene Blech in eine Matrize. Es entsteht bei jedem Pressvorgang ein 4-teiliges, dreidimensional verformtes Fassadenelement mit vier unterschiedlich gewellten Feldern. Das macht den Fertigungsablauf sehr wirtschaftlich. Die Herstellkosten sinken deutlich gegenüber sonst üblichen Umformverfahren, die auf dem Prinzip eines Ober- und Unterwerkzeugs basieren.

Am Computer designte Wellen umhüllen den Baukörper ohne Sprünge in den Stoßflächen (Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Sichtflächen sind außerdem frei von Zieh- oder Werkzeugspuren. Die Wellenform wurde so gewählt, dass der untere Rand eines 4-teiligen Elements fließend in den oberen Rand des an der Fassade darunter angeordneten 4-teiligen Elements übergeht, wenn ein horizontaler Versatz der Bauteile um zwei Felder erfolgt.

Die neu entwickelten und trotz des reduzierten Materialeinsatzes sehr stabilen Bauelemente lassen sich nicht nur aus Edelstahl, sondern auch aus bandverzinktem und farbig beschichtetem Stahlblech herstellen. Sie vergrößern die Bandbreite von Leichtbausystemen aus Stahl und eröffnen neue Marktchancen in der modernen Fassadenarchitektur.

Rückfragen

Beate Brüninghaus
Wirtschaftsvereinigung Stahl
Telefon:+ 49 211 6707-115 oder -116
E-Mail: beate.brueninghaus@stahl-zentrum.de

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Pressemitteilung WV Stahl vom 09.06.2015 (.pdf)

Die Preisträger der Kategorie „Stahl im Bauwesen“ im Video