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Steckknoten aus Stahl im „Mitoseum“

Gewinner Stahl-Innovationspreis 2018

Dreigeteiltes Netztragwerk: das neue Empfangsgebäude des „Mitoseums“ in Kleinwelka (Foto: Michael Moser)

Das weithin sichtbare Empfangsgebäude des „Mitoseums“ in der Nähe von Bautzen erweckt beim Besucher erste Vorfreude auf die prähistorischen Exponate im Saurierpark. Mit einer maximalen Kuppelhöhe von 22 m ist das dreigeteilte Bauwerk in Struktur, Farbe und transluzenter Gebäudehülle dem Prozess der Mitose – der Zellteilung – nachempfunden und versinnbildlicht den Ursprung des Lebens. Für die Entwicklung einer innovativen Knotenverbindung für das Tragsystem wurde rimpf Architektur aus Hamburg mit dem Stahl-Innovationspreis 2018 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“ ausgezeichnet.

Filigrane Steckknoten halten die Kuppel in Form
(Foto: Michael Moser)

Das filigrane Gebäude ist in seiner Idee, Form und insbesondere seiner Konstruktion außergewöhnlich. Wechselnde Radien und Verschneidungen der dreidimensionalen Netzkuppel machten die Konstruktion zu einer Herausforderung. Das Tragsystem besteht aus feuerverzinkten Rohrprofilen, an denen 446 ETFE-Folienkissen als Außenhaut befestigt wurden. Die Streben sind in 269 Knotenpunkten zusammengeführt. Auf den Einsatz von sonst üblichen, aber aufwändigen Schweißknoten verzichteten die Planer und entwickelten – inspiriert durch die Einfachheit eines Kinderspiels mit Steckrosetten – eine räumliche Verbindung mit einem 20 mm dicken Achsbolzen sowie oberer und unterer Knotenplatte. In dieses standarisierte System wurden die Anschlussbleche der bis zu sechs Rohrstreben eingeführt und sicher verspannt. Alle Bauteile der Steckverbindung sind hochtemperaturverzinkt mit einer exakt definierten Zinkschichtdicke, die höchste Oberflächenhärte und Passgenauigkeit bietet. Digitale Planung und CNC-gesteuerte Fertigung ermöglichen das Bauen auch komplexer Strukturen mit minimal unterschiedlichen Abmessungen und Geometrien der Bauteile. Unter Berücksichtigung des Systemgedankens und gut organisierter Montageabläufe entstehen spektakuläre Bauwerke wie das „Mitoseum“, die zukunftsweisend für den ressourcenschonenden Leichtbau mit Stahl sind.

Rückfragen

Klaus Schmidtke
Wirtschaftsvereinigung Stahl
Telefon: + 49 211 6707-115
E-Mail: klaus.schmidtke@wvstahl.de

Download

Pressemitteilung Preisträger Stahl-Innovationspreis – Steckknoten aus Stahl im „Mitoseum“ (.pdf)

Pressemitteilung Verleihung Stahl-Innovationspreis 2018


Stefan Rimpf , rimpf Architekten

Projekt: Mitoseum in Kleinwelka

(© Wirtschaftsvereinigung Stahl / Dirk Heckmann)

*Die Abbildungen dürfen nur im Zusammenhang mit einem Bericht über den Stahl-Innovationspreis und mit Angabe der Quelle genutzt werden. Im Falle der Berichterstattung bitten wir um einen Beleg.