Themen

Themen

Twitter

Weitere Informationen

Ansprechpartner

Dipl.-Ing.
Karsten Letz

Leiter Anlagentechnik

Tel.: +49 (0) 2 11-6707-470
Fax: +49 (0) 2 11-6707-656
E-Mail: hier klicken

Informationsbereich Technik und Bibliothek

Anlagentechnik

Strategisches Anlagenmanagement in der Stahlindustrie

Die klassische Betrachtungsweise der Erzeugung von Stahl gliedert das Hüttenwerk in die Produktionsstufen Erzvorbereitung, Koks-, Roheisen- und Stahlerzeugung sowie Formgebung (Walzen, Schmieden, Pressen) und Stahlveredelung (Beschichten) bzw. Weiterverarbeitung. Um derartige Systeme zu beherrschen und das hohe Anlagevermögen zu erhalten, bedarf es organisatorischer und taktischer Einheiten, die in den Unternehmen der Stahlindustrie unter dem Begriff Anlagentechnik oder Anlagenwirtschaft konzentriert sind. Strategisches Anlagenmanagement umfasst dabei alle Maßnahmen zur Sicherstellung eines effizienten, qualitätsgerechten und sicheren Betriebes von Produktionsanlagen der Stahlerzeugung.

Vor allem in den letzten 25 Jahren konnten durch viele innovative technische Entwicklungen eine kostengünstige Produktion, höhere Flexibilität, ständige Qualitätsverbesserungen und die Entwicklung neuer Produkte ermöglicht werden. Der heutige hohe technische Entwicklungsstand sichert auch weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlindustrie.

Effizientes Anlagenmanagement ermöglicht Kostensenkung

Die Stahlerzeugung ist trotz vieler Einzelprozesse ein in sich geschlossener Fertigungskomplex, d. h. ein System von Einzelanlagen, die untereinander durch logistische und informationstechnische Verbindungen vernetzt sind. Der heutige hohe Stand der Technik in Bereichen wie Automatisierungstechnik, Sensortechnik und Hydraulik ist die Voraussetzung um viele der immer komplexer werdenden Produktionsanlagen überhaupt betreiben zu können. Vor dem Hintergrund des ständig steigenden Wettbewerbs und Kapitalmarktdruckes werden auch die Forderungen nach optimierten Kosten des Anlagenbetriebes forciert. Dabei stehen vielfach die Instandhaltungskosten im Fokus. Diese stellen einen nicht zu vernachlässigenden Faktor der Anlagenkosten (für Errichtung und Betrieb) dar. Eine übergreifende Optimierung des Investitions- und Instandhaltungsmanagements durch eine ganzheitliche Betrachtung der Kosten – vom Neubau über die gesamte Lebensdauer bis hin zur Erneuerung – ermöglicht die Erschließung weiterer Kostensenkungspotenziale.

Entwicklung und Errichtung von Anlagen

Komplexe Anlagen werden mit Hilfe von computergestützten Simulationen detailliert geplant.

Komplexe Anlagen werden mit Hilfe von computergestützten Simulationen detailliert geplant.

Die Abwicklung einer Investition in der Stahlindustrie gliedert sich in eine Reihe komplexer Vorgänge, die die Planungsphase, die Ausschreibung und Vergabe, die Konstruktion, die Bauausführung, bis hin zur Inbetriebnahme, zur Abnahme und Abrechnung des Vorhabens umfassen. Erfahrungen aus vielen Projekten beweisen, dass eine Verkürzung der Projektlaufzeit und eine verbindliche Projektdokumentation einen deutlichen Beitrag zur Reduzierung des betriebswirtschaftlichen Risikos von Großinvestitionen darstellen. Durch kürzere Projektlaufzeiten werden die Bindung von bereitzustellendem Kapital und Personal reduziert.

Instandhaltung – ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor

Für den Anlagenbetreiber ist eine effiziente Instandhaltung ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Effizient ist eine Instandhaltungsmaßnahme dann, wenn sie zum optimalen Zeitpunkt erfolgt, nämlich mit definiertem Abstand zum möglichen Schadenseintritt. Durch Instandsetzungsmaßnahmen wird nicht nur der ursprüngliche Zustand der Anlage wiederhergestellt, sondern es wird auch der notwendige technische Stand angehoben.

Wesentliches Rückgrat der Instandhaltungsbereiche sind die mechanischen und elektrischen Werkstätten. Je nach Aufgabenstellung halten die Werkstätten einen optimierten und auf die im Unternehmen installierte Anlagentechnik angepassten Maschinenpark für Fertigungs- und Instandsetzungsaktivitäten vor. Insbesondere verfügen die Werkstätten über detaillierte Kenntnisse zur Verfahrens- und Anlagentechnik. Dies versetzt sie in die Lage, Instandsetzungsaufträge anforderungsgerecht und kostengünstig auszuführen. Darüber hinaus können sie bei Eintritt von Störungen sehr schnell reagieren und damit zur deutlichen Reduzierung von Stillstandszeiten und damit verbundenem Produktionsausfall beitragen.

Automatisierungstechnik in der Stahlproduktion

Hydraulischer Schlingenheber im Einsatz

Die meisten Produktionsprozesse der Stahlindustrie sind nicht kontinuierlich und haben kleine Reaktionszeiten. Schwankende Anfangsbedingungen und wechselnde Kapazitätsauslastungen sind Randbedingungen, die erhebliche Erschwernisse für eine Automatisierung mit sich bringen. Daneben gibt es eine Reihe von sehr schnellen und dynamischen Prozessen in Walz- und Verformungsbetrieben mit fast linearem Übertragungsverhalten, bei denen heute ein hoher Automatisierungsgrad erreicht ist. Die größten Entwicklungen der letzten Jahre sind auf der Prozessleitebene zu verzeichnen. Moderne Prozessleitsysteme sind digitale dezentrale Prozessautomatisierungssysteme. Neben den Grundfunktionen Messen, Steuern, Regeln, Bedienen und Beobachten bieten dezentrale Systeme gehobene Automatisierungsfunktionen, wie z. B. die automatische Rezepturfahrweise oder Prozessmodelle.