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Umformtechnik

Kaltwalzwerke zur Herstellung von Kaltband

Shanghai Krupp Stainless in China: Mitarbeiter beim Austausch einer Rolle auf einen 20 Rollen-Walzgerüst zur Herstellung von Kaltband. © ThyssenKrupp Steel AG

Shanghai Krupp Stainless in China: Mitarbeiter beim Austausch einer Rolle auf einem 20 Rollen-Walzgerüst zur Herstellung von Kaltband.
(© ThyssenKrupp Steel AG)

Beim Kaltwalzen wird warmgewalztes Band bei Raumtemperatur noch dünner gewalzt. Dabei werden gewünschte Verarbeitungseigenschaften eingestellt.

Kaltgewalztes Feinblech wird überwiegend in Dicken von 0,4 bis 3,0 und in Breiten bis zu 2.010 Millimeter hergestellt. Feinstblech ist 0,12 bis 0,49 Millimeter dick und dient überwiegend als Vormaterial für die Verpackungsindustrie.

Kaltwalzen umfasst die Prozessschritte:

Beizen

Die Zunderschicht des Warmbandes wird bei Endlosband in kontinuierlichen Beizlinien oder bei einzelnen Bändern in Schubbeizen entfernt.

Kaltwalzen

Das gebeizte Band wird als Endlosband in einer Tandemstraße oder als Einzelband in einem Reversiergerüst kaltgewalzt. Tandemstraßen bestehen aus 4 – 6 hintereinander gereihten Quartogerüsten, in denen sich das Band gleichzeitig befindet. Beizlinie und Tandemstraßen können mittels Band-Zwischenspeicher gekoppelt betrieben werden.

Für das Kaltwalzen von nichtrostendenden Stählen haben sich 20-Rollengerüsten-Gerüste, sogenannte Sendzimir-Planetenwalzwerke, etabliert. Sie können am Besten die Forderung nach hohen Umformgraden, engen Toleranzen und guter Oberflächenqualität erfüllen.

Glühen

Das beim Kaltwalzen verfestigte Material muss zur Wiederherstellung der Umformeigenschaften für die weitere Verarbeitung „rekristallisierend“ geglüht werden. Das erfolgt in Haubenglühen oder in kontinuierlichen Wärmbehandlungsanlagen. Damit die beim Kaltwalzen eingestellte Oberflächenqualität erhalten bleibt, muss zur Unterdrückung der Oxidation unter Schutzgasatmosphäre bzw. unter Sauerstoffabschluss geglüht werden.
Beim Haubenglühen werden mehrere Coils auf einem Sockel gestapelt und unter einer Hauben im Laufe von 2 – 3 Tagen geglüht.

Kontinuierliche Wärmebehandlungsanlagen ermöglichen flexible Glühzyklen mit höheren Aufheiz- und Abkühlraten, wie sie untere anderem für die Wärmebehandlung hochfester Stahlsorten erforderlich sind.

Dressieren

Mit diesem Prozessschritt wird eine ausgeprägte Streckgrenze beseitigt, die Blechoberfläche geglättet beziehungsweise gezielt aufgerauht und verdichtet.

Adjustage

In diesem letzten Arbeitsschritt wird das Material in Umwickelanlagen auf Oberflächenfehler inspiziert und mit einem Korrosionsschutz versehen. Je nach Anforderung kann ein Längsteilen in schmalere Bänder oder ein Querteilen zu Tafeln durchgeführt werden. Anschließend wird das Material verpackt und zur Auslieferung bereitgestellt. Es kann sich aber auch eine Oberflächenveredelung anschließen.