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Dr. Martin Theuringer
Leiter Wirtschaft

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Fax: +49 (0) 2 11-6707-104
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Statements

„Wir kämpfen um unsere Existenz. Trotz Produktivität und hoch anspruchsvollen Produkten sind wir durch die EU-
Wirtschaftskrise und die staatlichen Zusatzkosten gefährdet.“

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann,
Vorsitzender des Vorstandes der Salzgitter AG

„Stahl ist ein Hightech-Produkt und steht am Anfang der Wert­schöpfung - doch wenn sich ein Glied löst, verliert mittelfristig die gesamte Wertschöpf­ungskette.“

Günther Oettinger,
EU-Kommissar für Energie

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Studien

Die volkswirtschaftliche Bedeutung einer Grundstoff-
industrie am Beispiel der Stahlindustrie (RWI)

Die Stahlindustrie in Deutschland „Rückgrat des Industriestandorts Deutschland“ (booz&co.)

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Gegen unfairen Handel und Protektionismus

Vom 7. bis zum 8. Juli findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Zahlreiche dort diskutierte Themen gehen auch die Stahlindustrie in Deutschland an. Auf dieser Seite finden Sie die zentralen Positionen der Branche zum Gipfel in der Hansestadt.

Die Stahlindustrie in Deutschland hat aktuell mit einer Vielzahl von Herausforderungen im internationalen Wettbewerbsumfeld zu kämpfen. Überkapazitäten in einer Größenordnung von mehreren hundert Millionen Tonnen belasten den Weltmarkt. Davon stammen rund 60 Prozent alleine aus China. Stahlimporte, oftmals unterhalb der Herstellungskosten, drängen weiter in den EU-Markt und unfaire Praktiken wie Dumping breiten sich auf den internationalen Stahlmärkten aus. Immer stärker schotten sich nationale Märkte durch tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse ab. Ein Trend, zu dem nicht zuletzt der handelspolitische Kurs der neuen US-Administration beiträgt.

Tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse nehmen weltweit zu.

Besonders Deutschland mit seinen wettbewerbsstarken Standorten ist darauf angewiesen, dass unfaire Praktiken geahndet und ein unverzerrter internationaler Wettbewerb so weit wie möglich erhalten werden kann. Die Hoffnungen ruhen gegenwärtig auf den G20, die im vergangenen Jahr im September auf dem Gipfel in Hangzhou ein globales Kapazitätsforum für Stahl eingerichtet haben, um nach gemeinsamen Lösungen für die Bewältigung der globalen Krise zu suchen. Jetzt geht es im Forum unter deutscher Präsidentschaft darum, konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Gegen Protektionismus – für offene Märkte

Die Stahlindustrie in Deutschland setzt sich für freien Handel unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Abschottung wäre Gift für die globale Wirtschaft. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hofft, dass sich in Hamburg die wirtschaftspolitische Vernunft durchsetzt. Die G20 müssen ein klares Signal zugunsten von Offenheit senden und damit das multilaterale Handelssystem der WTO stützen.

Unfaire Handelspraktiken intensiv bekämpfen

Märkte können langfristig nur dann offen bleiben, wenn der internationale Handel auch fair ist, andernfalls verliert er seine Legitimation, auch bei den Menschen weltweit. Was fair ist und was nicht, ist durch die WTO geregelt. Dazu gehört insbesondere das Recht jedes Landes, sich vor ruinösen Dumpingstrategien ausländischer Unternehmen schützen zu dürfen, wenn diese die heimischen Industrien substantiell schädigen. Daher ist es notwendig, dass die G20-Führer gegen unfaire Verhaltensweisen im internationalen Handel wie Dumping klar Stellung beziehen und sich dazu verpflichten, diese konsequent unter Beachtung der WTO-Regeln zu bekämpfen.

Multilaterale Lösungsansätze statt unilateraler Sonderwege

Die Überkapazitäten beim Stahl sind ein globales Problem, das kein Land alleine lösen kann. Notwendig ist daher eine enge internationale Kooperation. Die Einrichtung eines globalen Kapazitätsforums war daher der richtige Schritt. Dabei stehen vor allem die großen Akteure in der Verantwortung. Das betrifft insbesondere China, auf das 75 Prozent der seit 2011 neu errichteten Stahlkapazitäten entfallen. Aber auch die anderen Länder müssen Sorge dafür tragen, dass Industrialisierungsstrategien bzw. struktureller Wandel nicht zu einem andauernden Missverhältnis von Angebot und Nachfrage in einzelnen Grundstoffindustrien führen.

Subventionen abbauen – marktwirtschaftliche Anpassungsprozesse stärken

Multilaterale Kooperation beim Stahl bedeutet nicht, dass in einem internationalen Forum festgelegt werden könnte oder sollte, welche Kapazitäten in den jeweiligen Regionen zu schließen sind. Notwendig ist vielmehr, marktwirtschaftliche Anpassungsprozesse zu stärken, indem Subventionen und andere Formen von staatlicher Unterstützung abgebaut werden. Nur so können die wettbewerbsstarken Standorte überleben, ineffiziente Unternehmen ausscheiden und sich die globale Stahlindustrie nachhaltig weiterentwickeln. Konkrete Schritte zum Abbau von Subventionen müssen auf dem Hamburg-Gipfel festgelegt werden.

Zentrale Rolle der Grundstoffindustrien für globale Wachstumsprozesse anerkennen

Die Globalisierung wird gegenwärtig zunehmend hinterfragt. Wenn die Regierungschefs der G20-Staaten bei der Lösung der globalen Stahlstrukturkrise erfolgreich zusammenarbeiten, geben sie ein Beispiel, dass sie die Herausforderungen der Globalisierung bewältigen können. Die Fehlentwicklungen bei Stahl sind möglicherweise erst der Anfang. Auch andere Industriebranchen sind gefährdet. Nur wenn die globale Stahlkrise überwunden wird, kommen die G20 dem Ziel näher, das Weltwirtschaftswachstum nachhaltig und inklusiv zu gestalten.

 

Download

Positionspapier zum G20-Gipfel der Wirtschaftsvereinigung Stahl vom 27.06.2017 (.pdf)

Links

B20 – Business 20 Dialogue im Rahmen des G20-Gipfels

 

 


Foto: Marco Verch (CC BY 2.0)