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Dipl.-Volksw.
Achim Beerheide

Umwelt, Verkehr und Bildung

Tel.: +49 (0) 2 11-6707-406
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Hintergrundmaterial

Stellungnahme zum Entwurf des Schienenlärmschutzgesetz

Anmerkungen zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 (Stand: März 2016)

Anforderungskatalog an Güterwagen im Montanbereich

Merkblatt: Verpackung, Lagerung und Transport von un­be­schichtetem und beschichtetem Band und Blech

Verladeempfehlung zur Ladungssicherung von Stahlblechen ab 5 mm Dicke beim Transport auf Straßenfahrzeugen

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Verkehr

Transportstruktur in der Stahlindustrie

Die Stahlindustrie befördert 80 Prozent der ein- und ausgehenden Transportmengen mit den umweltfreundlichen Verkehrsträgern Bahn und Binnenschiff. Sie investiert umfassend in eigene Werksbahnen und Werkshäfen.

Grafik: Anteil der Verkehrsträger am Transportaufkommen

Anteil der Verkehrsträger am Transportaufkommen

Die Produktion von Stahl ist mit komplexen und umfangreichen Transportprozessen verbunden. Hierbei setzt die Stahlindustrie in Deutschland konsequent auf die besonders nachhaltigen Verkehrsträger Bahn und Binnenschiff. Etwa 50 Prozent der Transportmengen werden über die Schiene, ca. 30 Prozent über Wasserstraßen befördert. Dank umfassender eigener Investitionen in eigene weitverzweigte Schienennetze, moderne Werksbahnunternehmen und leistungsfähige Werkshäfen konnte die Stahlindustrie diese ökologisch vorteilhafte Transportstruktur seit Jahrzehnten aufrechterhalten.

Die Binnenschifffahrt spielt ihre Stärken bei der Lieferung von Rohstoffen aus. Der Straßengüterverkehr ist für den Versand von Fertigprodukten unverzichtbar, zum Beispiel für Kunden ohne Gleisanschluss. Der Anteil der Bahn liegt sowohl bei ein- wie ausgehenden Verkehren etwa bei der Hälfte.

Aufgrund ihrer hohen Transportintensität ist die Stahlindustrie zwingend auf leistungsfähige und effiziente Verkehrsträger angewiesen.

Verkehrsinfrastruktur

Zu einem wesentlichen Defizit des Verkehrssystems in Deutschland entwickelt sich in zunehmendem Maße die unterdimensionierte und unzureichend instandgehaltene Verkehrsinfrastruktur.

Baustelle Ilmtalbrücke

Baustelle an der Ilmtalbrücke zwischen Nürnberg und Erfurt (Foto: Achim Beerheide)

Ein wesentliches Defizit des Verkehrssystems in Deutschland stellt die unterdimensionierte und unzureichend instandgehaltene Verkehrsinfrastruktur dar.

Zum einen weist das Verkehrswegenetz aufgrund fehlender Mittel und überlanger Planungsverfahren zahlreiche unnötige Engpässe auf. Volkswirtschaftlich schädliche Staus und Überlastungen sind die Folge. Zum anderen wird zunehmend deutlich, dass über Jahrzehnte an der Instandhaltung gespart wurde: Anstatt die langfristigen Gesamtkosten durch optimierte Instandhaltung zu minimieren, investierten Bund, Länder und Kommunen jahrzehntelang nur einen Teil des Bedarfs. Überproportionale Sanierungskosten in Gegenwart und Zukunft sind die Folge. Erst starker öffentlicher Druck führte nun zu einem Politikwechsel: Das Investitionsniveau für Verkehrswege des Bundes wird schrittweise bis auf eine annähernd bedarfsgerechte Größenordnung angehoben. Die Stahlindustrie setzt sich mit Nachdruck dafür ein, diese Investitionen dauerhaft auf einem instandhaltungsoptimalen Niveau zu halten. Auch müssen die erforderlichen Planungskapazitäten entsprechend aufgestockt werden. Zudem besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf auf kommunaler Ebene.

Schienengüterverkehr

Im regelmäßigen Dialog optimiert die Stahlindustrie die gemeinsame Zusammenarbeit mit wichtigen Güterbahnen. Hierbei ist DB Cargo traditionell der volumenstärkste Transportdienstleister der Stahlindustrie. Immer stärker engagieren sich auch andere Eisenbahnen in der Stahllogistik. Die Effizienz der Güterbahnen ist ein Wettbewerbsvorteil für den Stahlstandort Deutschland.

Stärkung des Einzelwagenverkehrs

Der Einzelwagenverkehr ist ein sehr wichtiges Marktsegment und steht vor großen Herausforderungen. Als Einzelwagen oder Wagengruppen werden alle Waggons befördert, die nicht als Komplettzug direkt zum Empfänger gefahren werden, sondern das System der Rangierbahnhöfe nutzen. Das nationale Netzwerk konnte in den letzten zehn Jahren – trotz begrenzter Optimierungen – im Wesentlichen aufrechterhalten werden.

Mit dem Xrail-Verbund haben sich sechs mittel- und nordeuropäische nationale Bahnunternehmen nachdrücklich zu einer Stärkung des gesamteuropäischen Produktionssystems bekannt. In vielen Nachbarländern wurde der Einzelwagenverkehr jedoch deutlich reduziert, z. B. in Frankreich. Ohne den Erhalt des eminent wichtigen Einzelwagensystems auf etwa heutigem Niveau sind jedoch alle Ansätze zur Verkehrsverlagerung vom LKW auf die Schiene und zum Erreichen von Klimazielen im Verkehr zum Scheitern verurteilt. Mittelfristig ist sogar ein weiterer Ausbau des Systems notwendig. Daher sollten sich EU und Mitgliedstaaten gezielt für den Erhalt und die Modernisierung des Einzelwagenverkehrs engagieren.