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Blickpunkt: Klimaneutrale Wirtschaft 2050 – Beitrag der Stahlindustrie

Die Stahlindustrie in Deutschland steht zum Pariser Klimaabkommen. Die Unternehmen möchten zum politischen und gesellschaftlichen Ziel einer CO2-Reduzierung um 80 bis 95 Prozent bis 2050 einen entscheidenden Beitrag leisten. 

Durch Einführung neuer Technologien und Ausschöpfung bestehender Potenziale kann das Ziel einer CO2-neutralen Stahlerzeugung bis 2050 technisch erreicht werden. Dieser Prozess stellt die Stahlindustrie allerdings vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Daher sind grundlegende Veränderungen in den politischen Rahmenbedingungen erforderlich:

  • Um eine weitestgehende Reduzierung der CO2-Emissionen zu erreichen, ist in erster Linie eine Transformation der Primärstahlerzeugung unerlässlich. Die Stahlindustrie arbeitet hier vor allem an Prozessen, bei denen anders als heute Eisenerze mit Wasserstoff statt mit Kohlenstoff reduziert und anschließend zu Stahl weiterverarbeitet werden (Carbon Direct Avoidance, CDA), sowie auch an einer weiteren Nutzung und Kreislaufführung des CO2 im industriellen Wertschöpfungsverbund (Carbon Capture and Usage, CCU).
  • Der weitere Baustein für eine weitestgehende Reduzierung der CO2-Emissionen ist die schrottbasierte Elektrostahlproduktion. Mit ihr steht bereits heute für rund 30 Prozent des erzeugten Rohstahls ein treibhausgasärmeres Verfahren zur Verfügung. Für eine weitere deutliche Reduktion müssen die erneuerbaren Energien im Strommix weiter ausgebaut und zugleich wettbewerbsfähige Strompreise gesichert werden. Die limitierte Verfügbarkeit an Stahlschrott und die Produktportfolios der Verfahrensrouten begrenzen jedoch grundsätzlich den Anteil der schrottbasierten Elektrostahlproduktion.
  • Stahl und die Nebenprodukte der Stahlherstellung (z.B. Schlacken) sind Ausgangspunkt einer Vielzahl von Wertschöpfungsketten, die sich an den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft orientieren, durch die in erheblichem Umfang CO2-Einsparungen erreicht werden können. Stahl kann ohne Qualitätsverlust immer wieder recycelt werden, was ebenfalls zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen beiträgt. Neben seiner Langlebigkeit ermöglicht der Werkstoff durch seine gute Bearbeitbarkeit auch in besonderer Weise die Wiederverwertung, Reparatur und Refabrikation stahlintensiver Produkte.
  • Innovationen und Weiterentwicklung der Stahlsorten ermöglichen aufgrund ihrer technischen Eigenschaften in ihrer Verwendung Energie- und CO2-Einsparungen, etwa für erneuerbare Energien, effiziente Energieübertragung, Automobilleichtbau oder langlebige Infrastrukturen. Diese Einsparwirkungen müssen angerechnet werden.

Weitere Informationen rund um das Thema CO2-neutrale Stahlproduktion finden Sie in unseren aktuellen Veröffentlichungen:


Beitragsbild: © Petmal