Teil-Lockdown: Mögliche Auswirkungen auf die Wirtschaft

Bund und Länder haben in Folge steigender Infektionszahlen ab heute bis zunächst Ende November wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Gastronomiebetriebe sowie Einrichtungen in den Bereichen Freizeit, Kultur und Sport treffe dies besonders hart. Die Bundesregierung wolle daher deren Einbußen mit Hilfen in Höhe von zehn Mrd. € abfedern. Die deutsche Industrie könne mit dem Teil-Lockdown dagegen eher gut leben. Das verarbeitende Gewerbe habe sich aus der Rezession herausgekämpft, so IW-Chef Michael Hüther. Im Gegensatz zur Pandemiewelle im März seien die Grenzen nun offen. Der Lkw-Maut-Index zeige, dass der grenzüberschreitende Handel seit dem Sommer reibungslos verlaufe. Sowohl in den chinesischen Häfen als auch in Häfen außerhalb Chinas sei der Umschlag kräftig gestiegen, meldete das RWI-Institut am Freitag. Dies zeige, dass der Welthandel weiterhin kräftig ausgeweitet werde, so RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt. Die meisten Ökonomen würden erwarten, dass sich in der Industrie der Aufschwung des dritten Quartals fortsetzen werde. Voraussetzung sei, dass die Grenzen offen und Schulen und Kitas in Betrieb blieben. (Handelsblatt 02.11.20)