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Aktuelle Konjunkturinformationen

Konjunkturelle Lage der Stahlindustrie in Deutschland im Juli 2020

In den Kernindikatoren für die Stahlindustrie in Deutschland spiegeln sich die tiefen Spuren wider, die die Corona-Krise in der Stahlkonjunktur hinterlassen hat. Marktversorgung, Produktion wie auch Auftragseingänge sind um 15-20 Prozent in den ersten sechs Monaten 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Noch deutlichere Rückgänge sind beim Umsatz zu verzeichnen. Das vom ifo Institut für empirische Wirtschaftsforschung ermittelte Geschäftsklima für die Stahlindustrie fiel im April sogar auf einen historischen Tiefststand und hat sich seitdem nur geringfügig erholt. Auch die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Stahlindustrie stellen sich zur Jahresmitte 2020 weiterhin außerordentlich herausfordernd dar.

Die Marktversorgung mit Walzstahlerzeugnissen ist bereits im letzten Jahr deutlich, um 12 Prozent, zurückgegangen. Anders als während der Finanzkrise 2008/2009 wird die Stahlindustrie von der Rezession in einer bereits bestehenden Phase der konjunkturellen Schwäche getroffen. Damals sank die Marktversorgung um 33 Prozent. Diesmal, ausgehend allerdings von einem deutlich niedrigeren Level, ist sie im Zeitraum Januar bis Mai um 17 Prozent zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Im zweiten Quartal dürfte das Volumen des Marktes sogar noch die Tiefstwerte von 2009 unterschritten haben.

Die Auftragseingänge haben sich von Januar bis Mai 2020 um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert. Im April und Mai sind sie sogar jeweils um rund 50 Prozent eingebrochen. Auch hier wurde mittlerweile das Allzeittief vom Februar/März 2009 unterschritten.

Die Rohstahlproduktion ist im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gesunken. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr entspricht dies einer Produktion von 34,9 Millionen Tonnen. Nur in der ersten Jahreshälfte 2009 wurde mit 27,7 Millionen Jahrestonnen ein noch geringeres Volumen in Deutschland hergestellt. Bereits im vergangenen Jahr war die Erzeugung in Deutschland mit 39,7 Millionen Tonnen erstmals seit 2009 wieder unter die 40 Millionen Tonnen Grenze gerutscht.

Auch der Blick auf die Daten zur internationalen Stahlkonjunktur bildet die Schwere der globalen Rezession ab: In der ersten Jahreshälfte 2020 ist die Welt-Rohstahlerzeugung um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Dabei zeigen sich erneut starke Unterschiede zwischen China und dem Rest der Welt: So ist die Produktion außerhalb von China deutlich gesunken (-16 Prozent), im Reich der Mitte jedoch um 1 Prozent gestiegen, auch als Folge wieder steigender Stahlkapazitäten. Zu den Herausforderungen im externen Umfeld gehört überdies, dass die wachsende chinesische Rohstahlproduktion in Verbindung mit Corona-bedingten Angebotsengpässen zu deutlichen Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten geführt hat, insbesondere bei dem für die Stahlindustrie relevanten Rohstoff Eisenerz.

Rohstahlproduktion in Deutschland – Juli 2020

24. August 2020

Die Rohstahlproduktion in Deutschland bleibt auch zu Beginn des dritten Quartals abwärtsgerichtet. Im Juli sank die Erzeugung um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mit 2,4 Millionen Tonnen nähert sie sich zudem weiter den Tiefstwerten an, die im ersten Halbjahr 2009 erzielt wurden.

Informationen zur Stahlkonjunktur in Deutschland

(Stand: Juli 2020)


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