WV Stahl

Konjunkturinformationen

Daten und Fakten zur konjunkturellen Situation der Stahlindustrie in Deutschland - quartalsweise aktualisiert

Konjunkturelle Lage der Stahlindustrie in Deutschland im Juli 2021

Die Halbzeitbilanz für die deutsche Stahlmengenkonjunktur im Jahr 2021 fällt positiv aus: Die Rohstahlerzeugung liegt in den ersten fünf Monaten rund 15 Prozent über dem Vorjahrjahreszeitraum, bei den Lieferungen beläuft sich der Zuwachs auf 12 Prozent. Die Auftragseingänge haben in diesem Zeitraum sogar um 38 Prozent zugelegt. Auch das ifo-Geschäftsklima ist im Juni weiter angestiegen.

Der starke Zuwachs bei den Bestellungen im Vergleich zu Produktion und Lieferungen ist Ausdruck davon, dass sich die Erholung nach dem pandemiebedingten Einbruch im vergangenen Jahr deutlich schneller vollzogen hat als auf der Basis früherer Krisen zu erwarten gewesen war. Hinzu kommen Engpässe bei der Rohstoffversorgung und im globalen Warentransport. Knappheiten in den Lieferketten sind nicht auf den Stahl beschränkt, sondern sind bei nahezu allen wichtigen Vorleistungsgütern und zudem auch weltweit zu beobachten. Im Stahlbereich gibt es in einigen Ländern vor diesem Hintergrund sogar Bestrebungen, die Produktion für die inländischen Verarbeiter zu priorisieren. So wurden in China Anfang Mai die Exportsteuern wieder angehoben. In Russland ist die Einführung von Exportsteuern für Anfang August vorgesehen.

Die aktuell von temporären Sonderfaktoren geprägte Situation auf den Stahlmärkten darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturellen Probleme im Stahl-Außenhandel weiter fortbestehen. Dazu zählen insbesondere die globalen Überkapazitäten wie auch die US-Einfuhrzölle auf Stahl. Die Entscheidung der EU-Kommission, die Safeguards um weitere drei Jahre zu verlängern, war daher eine richtige und ausgewogene Antwort auf bestehende Herausforderungen. Insbesondere ist mit in den Blick zu nehmen, dass die durch die Safeguards festgelegten Zollkontingente seit langem deutlich unterausgelastet sind. Stahlerzeugnisse können somit zu jeder Zeit zollfrei in die EU importiert werden. Globale und sektoral breit angelegte Lieferkettenprobleme müssen somit getrennt von Maßnahmen zum Schutz vor Handelsumlenkungen betrachtet werden.


Rohstahlproduktion in Deutschland – Mai 2021

22. Juni 2021

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist weiter aufwärtsgerichtet. Im Mai 2021 lag das Volumen bei rund 3,7 Millionen Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat, der stark von den Folgen der Corona-Pandemie gekennzeichnet war, entspricht dies einem Zuwachs von rund 43 Prozent. Im Zeitraum Januar bis Mai 2021 ist die Rohstahlerzeugung im Vorjahresvergleich um rund 15 Prozent gestiegen.

  in Tsd t Veränderung zum
Vorjahresmonat
in Tsd t* Veränderung zum
Vorjahreszeitraum*
Rohstahl gesamt 3.661 42,7% 17.199 14,8%
Oxygenstahl 2.538 53,9% 11.836 16,5%
Elektrostahl 1.123 22,6% 5.363 11,3%
Roheisen 2.340 52,4% 10.913 15,4%
Warmgewalzte
Stahlerzeugnisse
3.085 42,4% 15.251 16,4%
Quelle: WV Stahl       *Januar bis Berichtsmonat


 

Informationen zur Stahlkonjunktur in Deutschland

(Stand: Juli 2021)

 

Kernindikatoren der Stahlindustrie in Deutschland



Quelle: *WV Stahl **Statistisches Bundesamt, ***ifo-Institut

Rohstahlproduktion in Deutschland

Marktversorgung in Deutschland

Auftragslage der Stahlindustrie in Deutschland

 

Lieferungen der Stahlindustrie in Deutschland


 

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