WV Stahl

Konjunkturinformationen

Daten und Fakten zur konjunkturellen Situation der Stahlindustrie in Deutschland - quartalsweise aktualisiert

Konjunkturelle Lage der Stahlindustrie in Deutschland im Oktober 2021

Die Stahlmengenkonjunktur in Deutschland hat sich bis zum Herbst 2021 schneller als erwartet von der pandemiebedingten Rezession erholt. Die Rohstahlerzeugung ist von Januar bis September gegenüber dem Vorjahr um rund 16 Prozent angestiegen. Die Auftragseingänge wiesen im gleichen Zeitraum mit einem Plus von 17 Prozent ein ähnliches Wachstum auf. Etwas schwächer verlief die Entwicklung bei den Lieferungen.

Zuletzt hat der Gegenwind auf die Stahlmengenkonjunktur in Deutschland jedoch spürbar zugenommen. Bremseffekte gingen von den Lieferengpässen im industriellen Bereich aus. Im dritten Quartal kam es bei der Rohstahlproduktion in Deutschland zu einer Wachstumsverlangsamung auf +12 Prozent im Vorjahresvergleich. Bei den Auftragseingängen zeigte sich für den Zeitraum mit einem Minus von 20 Prozent eine noch deutlichere Bremswirkung. Mit einer Auflösung der Verspannungen in der industriellen Wertschöpfungskette wird laut dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erst im Verlaufe des Jahres 2022 gerechnet.

Für das globale Umfeld gilt ein ähnliches Konjunkturbild: Auch hier ist bis zuletzt eine breit angelegte Erholung zu erkennen. Das 2019er Niveau ist in den meisten Ländern wieder erreicht bzw. überschritten. Für die EU rechnet der europäische Stahlverband EUROFER nach dem Einbruch im letzten Jahr (-11 Prozent) für 2021 mit einem kräftigen Rebound der Stahlnachfrage von +13 Prozent. Die EU-Stahlnachfrage bliebe damit aber mit rund 146 Millionen Tonnen noch unter dem Level des Jahres 2018.

In China hat sich nach der raschen Krisenbewältigung die Stahlmengenkonjunktur abgekühlt. Zum einen hat die Nachfrage aus dem Baubereich (Immobilien und Infrastruktur) stark nachgelassen, zum anderen belasten emissionssenkende Maßnahmen (einschließlich Energieeinsparung) die Industrieproduktion. Infolgedessen hat der Weltstahlverband worldsteel inzwischen seine ursprünglich positive Einschätzung für 2021 zurückgenommen und geht nun von einem Rückgang der chinesischen Stahlnachfrage um 1 Prozent aus. Insgesamt wird für die globale Marktversorgung Stahl mit einem Nachfragezuwachs um 4,5 Prozent in diesem und um rund 2 Prozent im kommenden Jahr gerechnet.


Rohstahlproduktion in Deutschland – Oktober 2021

19. November 2021

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist weiterhin aufwärtsgerichtet. Im Oktober 2021 nahm die Stahlerzeugung im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7 Prozent auf rund 3,7 Millionen Tonnen zu und erreichte damit ein hohes Niveau. Von Januar bis Oktober 2021 ist die Rohstahlerzeugung im Vorjahresvergleich um rund 15 Prozent gestiegen.

  in Tsd t Veränderung zum
Vorjahresmonat
in Tsd t* Veränderung zum
Vorjahreszeitraum*
Rohstahl gesamt 3.655 7,0% 33.560 15,1%
Oxygenstahl 2.521 13,2% 23.087 18,4%
Elektrostahl 1.134 -4,6% 10.473 8,4%
Roheisen 2.292 10,5% 21.190 16,8%
Warmgewalzte
Stahlerzeugnisse
3.051 -1,4% 29.588 15,5%
Quelle: WV Stahl       *Januar bis Berichtsmonat


Informationen zur Stahlkonjunktur in Deutschland

(Stand: Oktober 2021)

Kernindikatoren der Stahlindustrie in Deutschland



Quelle: *WV Stahl **Statistisches Bundesamt, ***ifo-Institut

Rohstahlproduktion in Deutschland

Marktversorgung in Deutschland

Auftragslage der Stahlindustrie in Deutschland

Lieferungen der Stahlindustrie in Deutschland


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