WV Stahl

Stahl und Stahlproduktion

Wir alle brauchen dafür Stahl – tagtäglich. Der Werkstoff ist bekanntlich in Gebäuden, Fahrzeugen und Maschinen wichtig. Er ist aber gerade auch für den privaten Konsum unverzichtbar und er ist recyclefähig. In Deutschland wird der Werkstoff zu den weltweit besten Bedingungen produziert.

Stahl: Unverzichtbar für Wirtschaft und das tägliche Leben

Die industrielle Anwendung ist nur ein Teilgebiet, in dem Stahl eine besondere Rolle spielt. Für den Alltag und somit den privaten Konsum ist Stahl von grundlegender Bedeutung. Jährlich werden für Deutschlands Haushalte pro Kopf etwa 180 kg Stahl benötigt. Dabei muss das Endprodukt nicht einmal unbedingt Stahl enthalten. Stahl steckt nicht nur in den fertigen Produkten, sondern wird auch für deren Herstellung, Lagerung und Transport benötigt. Auf seinem Herstellungs- und Transportweg kommt daher in den überwiegenden Fällen Stahl zum Einsatz. Dadurch werden auch Dienstleistungen und Produkte, die keinen Stahl enthalten, „stahlintensiv“. Fast jedem Produkt wohnt somit eine Stahlintensität inne.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Stahlerzeugung in Deutschland ist ebenfalls hoch. Deutschland ist rund 36 Mio. t (2020) der größte Stahlhersteller in der EU und der siebtgrößte Stahlhersteller der Welt. Als Basisindustrie hat die Stahlbranche eine besondere Bedeutung für die Wertschöpfungsketten und ist zudem das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

Auf dem Weg zur grünen Stahlproduktion

Bereits heute produziert die Stahlindustrie in Deutschland den Werkstoff Stahl zu den weltweit besten Bedingungen. Um einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten zu können, sind jedoch weitere massive Anstrengungen der Stahlunternehmen erforderlich. Da ein gewichtiger Teil der industriellen CO2-Emissionen bei der Stahlerzeugung über die Hochofen-Konverter-Route (integrierte Route) entsteht, lässt sich mit der zügigen Umstellung auf klimafreundliche, wasserstoffbasierte Technologien eine enorme Hebelwirkung erzielen. Ein Effekt, der sich durch die exponierte Stellung der Stahlindustrie am Anfang internationaler Wertschöpfungsketten noch verstärkt. Denn auch in den nachfolgenden industriellen Verarbeitungsstufen trägt klimaneutraler Stahl dazu bei, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Mit anderen Worten: Eine emissionsfreie Stahlherstellung ist essenziell, um die europäischen Klimaziele zu erreichen und den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen gerecht zu werden. Mit der bereits heute verfügbaren Elektrostahlproduktion auf Schrottbasis steht zudem ein weiterer wichtiger Baustein für eine weitestgehende CO2-Reduzierung in der Branche zur Verfügung, da das Produktportfolio und die Menge an Stahlschrott jedoch begrenzt sind, muss der überwiegende Teil der CO2-Reduktion durch eine Verfahrensumstellung bei der integrierten Route erfolgen.

Stahlproduktion heute

Die Stahlerzeugung wird durch zwei wesentliche Verfahrensrouten gekennzeichnet: durch den Weg vom „Eisenerz zum Stahl“ und durch den Weg vom „Schrott zum Stahl“. Bei der eisenerzbasierten Route wird meistens aus oxydischen Eisenerzen im Hochofen, seltener in Schmelzreduktionsanlagen Roheisen erzeugt, das im Sauerstoffkonverter zu Rohstahl verarbeitet wird. In Direktreduktionsanlagen aus Eisenerzen hergestellter Eisenschwamm (Direct Reduced Iron (DRI); Hot Briquetted Iron (HBI)) wird im Elektrolichtbogenofen zu Rohstahl umgewandelt. Bei der schrottbasierten Route wird durch Recyceln von Stahlschrott im Elektrolichtbogenofen Rohstahl hergestellt.

Ausführliche Informationen zu den konventionellen Produktionsprozessen finden Sie auf vdeh.de oder in der Video-Dokumentation „Stahl – Vom Eisenerz zum Hightech-Produkt“